Klarstellungen

Das Schreiben des GKV-Spitzenverbandes vom 27.04.2010 enthält unter anderem die folgenden Informationen:

Drei Monate nach Inkrafttreten haben die Vertragspartner ihre Erfahrungen über die bisherige Umsetzung der neuen Vergütungsvereinbarung ausgetauscht. Dabei wurden über unterschiedliche Interpretationen von einigen Regelungen der Vergütungsvereinbarung berichtet. Vor diesem Hintergrund haben sich die Vertragspartner darauf verständigt, die Hebammen und die Mitgliedskassen über folgende Sachverhalte zu informieren:

  1. Die Abrechnung von Wegegeld durch Beleghebammen im Bereitschaftsdienst ohne Anwesenheitspflicht ist in diesen Fällen möglich, in einem Dienst- oder Schichtsystem dagegen nicht. Daraus folgt, dass im Rahmen der Abrechnung auch Wegegeldabrechnungen mit der Endziffer 1 möglich sind.
  2. Das "Individuelle Vorgespräch" (Pos.nr. 020x) ist - entsprechend des Begründungstextes hierzu - neben Leistungen nach den Pos.nrn. 010x Beratung der Schwangeren, 040x Entnahme von Körpermaterial, 050x Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden, 060x Cardiotokografische Überwachung sowie 0800 Geburtsvorbereitung bei Einzelunterweisung berechnungsfähig, wenn die Leistungserbringung nicht im zeitlichen Zusammenhang erfolgt und entsprechend begründet ist. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Vorsorgeuntersuchung (0300) unmittelbar vor oder nach dem Vorgespräch abgerechnet werden kann. Hierbei kann auch Körpermaterial entnommen, respektive eine CTG Überwachung vorgenommen und abgerechnet werden, da dann die Bestimmung nach Pos.Nr. 0300 zur Anwendung kommen. (Hintergrund: Kombinationsmöglichkeit von "planbaren" Leistungen, damit nicht zweimal am Tage Wegegeld anfällt.)
  3. Perinatalerhebungsbogen (Pos.nr. 4000) und Geburts-Materialpauschale (Pos.nr. 3600) können dann bei einer Beleggeburt (Pos.nrn. 0902, 0912) abgerechnet werden, wenn die im Geburtshaus bzw. zu Hause geplante Geburt abgebrochen wurde und durch dieselbe Hebamme als Beleggeburt im Krankenhaus vollendet wurde. Da die Ziffern für Beleggeburt und abgebrochene außerklinische Geburt nicht nebeneinander abgerechnet werden können, gilt als Nachweis für die Abrechnungsgfähigkeit des Perinatalerhebungsbogens und der Geburts-Materialpauschale die Bestätigung der Versicherten auf der Versichertenbestätigung im gleichen Abrechnungszusammenhang.