Privatgebühren

Für alle Patientinnen, die nicht Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind, gilt die Gebührenordnung (GebO) des jeweiligen Bundeslandes. Die Privatgebühren gelten damit für Selbstzahler und für alle Fälle, in denen ein anderer Kostenträger zuständig ist (z.B. Sozialamt, Heilfürsorge, Polizei, Bundeswehr, usw.).

Es lassen sich drei unterschiedliche Grundstrukturen unterscheiden:

1. Bezug auf die jeweils aktuelle Kassen-Vergütungsvereinbarung (K-VV)

In Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen bezieht sich die Privat-GebO auf die jeweils aktuelle Kassen-Vergütungsvereinbarung. Damit passen sich die Privatgebühren automatisch an, sobald die Kassenvergütung angehoben wird. Dabei gelten in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Faktoren.

2. Bezug auf ein eigenes Leistungsverzeichnis

In einigen Bundesländern bezieht sich die jeweilige Privat-GebO auf ein eigenes Leistungsverzeichnis. Die Leistungsverzeichnisse in den Ländern lehnen sich an unterschiedliche Kassen-Vergütungsvereinbarungen an. Damit steigen die Gebühren nicht automatisch, wenn die Kassenvergütung angehoben wird. Dabei gelten in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Faktoren.

  • Anlehnung an die Kassen-Vergütungsvereinbarung vom 1. Juli 2014:
    in Berlin
  • Anlehnung an die Kassen-Vergütungsvereinbarung vom 1. Juli 2008:
    in Sachsen-Anhalt
3. keine gültige Gebührenordnung

Sachsen hat seit 1. Januar 2011 keine gültige Privat-Gebührenordnung mehr. (Die bis 31. Dezember 2010 gültige GebO bezog sich auf die HebGV vom 24. Juli 2004.) Prinzipiell könnten daher Gebühren in beliebiger Höhe vereinbart werden. Es bietet sich jedoch an, sich an einem bestehenden Gebührenkatalog zu orientieren:

  • Abrechnung nach der aktuellen GebO von Sachsen-Anhalt oder
  • Abrechnung nach der ehemaligen GebO von Sachsen oder
  • Abrechnung auf Basis der aktuellen Kassengebühren.

In jedem Fall sollten Sie die Gebührenhöhe in einem Behandlungsvertrag vereinbaren.

Übersicht der aktuellen GebOs

Land

Faktor Leistung

Faktor Wegegeld

Faktor Material-
pauschalen

Faktor BKP

Bezug auf

Baden-Württemberg

1,8x

1,8x

1x

1x

jew. aktuelle K-VV

Bayern

1,8x

1x

1x

1x

jew. aktuelle K-VV

Berlin

2x

2x

1x

1x

eigenes Leistungsverzeichnis, angelehnt an K-VV vom 01.07.2014

Brandenburg

2x

1x

1x

1x

jew. aktuelle K-VV

Bremen

1,9x

1,9x

1x

1x

jew. aktuelle K-VV

Hamburg

2x

2x

2x

1x

jew. aktuelle K-VV

Hessen

1,8x

1x

1x

1x

jew. aktuelle K-VV

Mecklenburg-Vorpommern

2x

2x

2x

2x

jew. aktuelle K-VV

Niedersachsen

2x

2x

1x

1x

jew. aktuelle K-VV

Nordrhein-Westfalen

1,8x
2,2x für
geburtshilfliche Leistungen

1x

1x

1x

jew. aktuelle K-VV

Rheinland-Pfalz

1,8x

1x

1x

 1x

jew. aktuelle K-VV

Saarland

2x

2x

2x

1x

jew. aktuelle K-VV

Sachsen

keine gültige Privat-GebO

Sachsen-Anhalt

2x

2x

1x

2x*

eigenes Leistungs-verzeichnis, angelehnt an K-VV vom 01.07.2008

Schleswig-Holstein

2x
2,3x für geburtshilfliche Leistungen

2x

2x

2x

jew. aktuelle K-VV

Thüringen

1,8x

1x

1x

1x

jew. aktuelle K-VV

* wird zusammen mit der Geburt berechnet