Hier sind die häufigsten Fragen zum Thema Hebammenausbildung zusamengefaßt. Weitere Fragen und Antworten finden Sie im Diskussionsforum zur Hebammenausbildung.
In Deutschland gibt es 57 Schulen, die zur Hebamme ausbilden. In manchen Schulen beginnt jährlich ein neuer Kurs, in anderen nur alle zwei oder drei Jahre. Die Ausbildung dauert drei Jahre.
Der Beruf der Hebamme ist sehr beliebt. Die Schulen erhalten pro Kurs oft über 1000 Bewerbungen. Je nach Schule hat ein Kurs etwa 15 bis 30 Plätze. Da sich die meisten Bewerberinnen jedoch an vielen Schulen bewerben, relativiert sich die Chance, einen Platz zu bekommen.
Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung
Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten, da jede Schule eigene Prioritäten festlegt.
Folgende Kriterien spielen eine Rolle:
Mit etwas Glück schafft man es zum Vorstellungsgespräch: Am Wichtigsten ist wohl das persönliche Auftreten beim Vorstellungsgespräch. Die Sicherheit wächst wahrscheinlich mit der Anzahl der geführten Vorstellungsgespräche. Vorstellungsgespräche in den einzelnen Schulen können sehr unterschiedlich sein, vom 'gemütlichen Plausch' mit ein oder zwei Hebammen bis hin zum kompletten Prüfungsgremium mit Professoren und Psychologen.
An manchen Schulen gibt es einen Eignungstest. Hier ein paar Zitate dazu:
"Bei meiner Bewerbung ging es beim Vorstellungsgespräch um eine schriftliche Selbsteinschätzung. Warum Hebamme, was sind die Schwerpunkte des Berufs und welche Gefahren birgt er (Selbstüberschätzung, Kompetenzgerangel, Konkurrenz, Machtmißbrauch, Verantwortung)?" Loher@web.de
"Unser test bestand damals aus einem diktat (!!), konzentrationstest, allgemeinwissen. also, so eine art iq-test."
Hier haben die einzelnen Schulen unterschiedliche Anforderungen. Grundsätzlich sollte man die üblichen Bewerbungsunterlagen einreichen, wie
In einigen Hebammenschulen sind spezielle Bewerbungsbögen auszufüllen oder die gesundheitliche Eignung ist durch eine entsprechende Bescheinigung nachzuweisen.
ür die Bewerbung an einer Hebammenschule ist ein Praktikum nicht erforderlich. Um die Chancen auf die Zuteilung eines Ausbildungsplatzes zu erhöhen und um sich ein eigenes Bild vom Hebammenberuf zu machen, ist ein Praktikum sinnvoll. Auf einer Schwangerenstation, einer Wöchnerinnen- oder Neugeborenenstation bekommt man einen ersten Einblick in das Arbeitsfeld der Hebamme. Der Einsatz auf einer Pflegestation im Krankenhaus vermittelt einen Eindruck von der Arbeit im Krankenhaus mit Schichtdienst und Wochenenddienst.
Ein Praktikum im Kreißsaal ist nur selten möglich. Die Erfahrung zeigt, dass man in kleineren Krankenhäusern und Häusern ohne angegliederte Hebammenschule mehr Einblick in die Geburtshilfe bekommt. Wenn Sie eine freiberuflich tätige Hebamme begleiten, lernen Sie die Arbeit in der freien Praxis kennen. Eine freiberufliche Hebamme in Ihrer Nähe finden Sie unter www.hebammensuche.de.
Hier ein Zitat zum Praktikum:
"Ich habe vor meiner ausbildung ebenfalls ein praktikum gemacht: an der universitätsfrauenklinik in heidelberg. es war sehr nett, allerdings konnte ich das praktikum nur auf der schwangerenstation und nicht im kreißsaal machen, da die eben schon genug mit ihren eigenen schülerinnen beschäftigt sind. ich durfte aber mal fuer einen tag in den kreißsaal und bei einer geburt zuschauen. wenn du unbedingt im kreißsaal ein praktikum machen möchtest würde ich dir empfehlen es in kleineren häusern zu probieren, die keine hebammenschule haben oder ausbildungsklinik fuer die medizinstudenten sind. bei einer freiberuflichen hebammme oder im geburtshaus, denke ich, wirst du wenig glück haben, da dort ebenfalls oft auch schülerinnen sind, da ein externat bei einer freiberuflichen oder eben im geburtshaus an jeder schule in deutschland zur ausbildung gehört."
Siehe Vorraussetzungen oben. Die Stellen werden jedoch nicht per Los vergeben, sondern aufgrund einer persönlichen Beurteilung. Bewerberinnen mit größerer persönlichen Reife und besserer Vorbildung haben in der Regel die besseren Chancen. Mit umfassenden Praktika kann man seinen ernsthaften Wunsch nach dem Beruf sicherlich unterstreichen.
Das wird von den einzelnen Schulen entschieden und kann nicht allgemein beantwortet werden. Es gibt Frauen, die noch mit über 40 eine Ausbildung gemacht haben.
Prinzipiell möglich, aber sehr anstrengend
Hier ein lebendiger Bericht einer Betroffenen:
"Ich bin jetzt 29 Jahre alt und habe vor der Ausbildung 6 Semester Zahnmedizin studiert. Dann wurde ich schwanger, bekam Mai 1994 meine Tochter. Hab dann das Studium abgebrochen und mich in Marburg und Gießen für 1996 beworben. Ich wollte nicht von meiner Familie weg und auch nicht umziehen. Glücklicherweise hab ich in Marburg sofort was bekommen. Die Ausbildung hat Riesenspaß gemacht (so im Nachhinein betrachtet) aber es war manchmal ganz schön hart. Zum Frühdienst mußte ich um 4.15 Uhr aufstehen, da ich ja auch noch Fahrzeit hatte. Gerade so Sonntags im Winter, stockfinster, bitterkalt, gefrorene Scheiben, meine Tochter schlafend in ihrem Bett. Scheiße, scheiße, scheiße... dachte ich da manchmal. Und dann kommst Du im Kreißsaal an und erlebst so blöde Sachen, die halt einfach vorkommen, Frühchen, Behinderungen, Tod, Und Du fragst Dich, wofür das alles?? Und dann ist der Dienst rum und Du gehst nicht ins Wohnheim, um Dich mit den anderen auf n Käffchen irgendwo zu treffen, oder Mittagsschläfchen zu halten, neee, Du hetzt nach Hause, damit Du Deine Kinder und die Bügelwäsche und den restlichen Haushalt und Deinen Mann noch befriedigen kannst. Du hast die Gedanken vom Dienst noch im Kopf, aber nachvollziehen kann das zu Hause meist keiner, Du machts es halt mit Dir alleine ab. Und von den Kolleginnen können auch nur wenige verstehen, was zu Hause mit (4) Kindern abgeht. Du mußt Dich drauf einstellen, Einzelkämpfer zu sein und immer im Hinterkopf : 'Ich ´will das, ich schaff das, wir Hebammen können das!!!' und Du mußt Dir bewußt machen, daß die drei Jahre rumgehen, irgendwie. Wenn Du dann das erste Baby da ganz alleine rausholst, mit Deinen Händen, wenn Du nach stundenlangem Wehenveratmen mit einer Frau das "Ergebnis" in Deinen Armen hältst, wenn Du nach einem schönen Nachtdienst in der Morgendämmerung nach Hause gehst, dann weißt Du, wofür Du das alles machst, dann kannst Du allein aus diesen Erinnerungen Kraft schöpfen, für die nächsten schweren Dienste, wenn Du vielleicht das Gefühl hast, nicht mehr weiter zu können." midwife17[at]aol[dot]com
Als fertige Krankenschwester bekommt man ein Jahr angerechnet, das heißt, man steigt im Mittelkurs ein, muß allerdings die gesamte Geburtshilfe nacharbeiten. Die Chance, einen Platz zu bekommen, könnte steigen, falls an der Schule im ersten Ausbildungsjahr jemand abgesprungen ist.
Hier einige Erfahrungsberichte:
"Ich habe vor meiner Hebammenausbildung ebenfalls Krankenpflege gelernt und auch 2 Jahre als Krankenschwester gearbeitet. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß es unheimlich schwer ist einen Ausbildungsplatz als Hebamme zu bekommen, wenn man vorher schon Krankenschwester ist. Viele Schulen bevorzugen jüngere (19 bis 21) Hebammenschülerinnen, da sie laut deren Aussagen 'besser zu führen' seien. Außerdem stimmt das mit dem 1 Jahr angerechnet bekommen im Prinzip schon, allerdings wollen das viele Schulen nicht und praktizieren eher die Methode: 'Wenn Sie unbedingt Hebamme werden wollen, dann machen Sie doch bestimmt auch 3 Jahre Ausbildung, oder?' Mir ist das jedenfalls so ergangen. Ich hatte mich damals bundesweit beworben und fast alle Schulen meinten, daß sie mich nicht nehmen könnten und daß es ja in Tübingen einen speziellen Kurs für Kinder- und Erwachsenen- Krankenschwester gäbe. Dies stimmt im Prinzip auch, doch Tübingen nimmt bevorzugt Krankenschwestern mit Erfahrung in der Entwicklungshilfe und man sollte mindestens einige Jahre Berufserfahrung haben. Ich habe mich 2 Jahre fast überall beworben und letztendlich hat es dann doch geklappt. Im Nachhinein habe ich es auch nicht bereut 3 Jahre Ausbildung gemacht zu habe." ChristinaBSchulz@web.de
"Ich hab auch erst die Krankenpflege gelernt und dann später Hebamme . In meinem Kurs waren damals allerdings nur Kranken- bzw. Kinderkrankenschwestern; es war 1983, als die Ausbildung auf 3 Jahre verlängert wurde. Da haben sie in Wuppertal halt so einen Kurs gemacht, um regelmäßig ihre fertigen Hebammen ins Berufsleben schicken zu können. Ich fand die Vorbildung nur hilfreich; vieles hatte ich mal und auch oft intensiver gelernt. Auch heute noch profitiere ich davon, weil mir manche Krankheitsbilder eher einfallen als anderen Kolleginnen. Wie es im Kurs mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen ist, weiß ich also nicht. Aber lass dich nicht schrecken, man lernt immer voneinander und jede hat ihre ganz eigenen Begabungen, die nicht unbedingt mit der Vorbildung zu tun haben. Viel Erfolg und Freude !!!! Gruß Barbara"
"Meine Erfahrung war überwiegend positiv. Ich habe mit 17 J. die Krankenpflegeausbildung absolviert und gleich danach (ohne als Krankenschwester zu arbeiten) bin ich in den 2. Kurs der Hebammenschule in Stuttgart eingestiegen. Da ich frisch vom Examen kam hatte ich nicht allzuviel nachzuholen, das erste Jahr in der Hebammenausbildung behandelt natürlich auch viele Grundkenntnisse. Im Kreissaal allerdings habe ich das kalte Wasser schon gespürt, ich mußte gleich mit "Dammschützen" anfangen, war aber schnell drin im Geschehen. Ein Glück war auch, daß ich nicht alleine eingestiegen bin, eine Kinderkrankenschwester hat auch die verkürzte Ausbildung begonnen. Wir sind beide gut klargekommen, ich würde es jederzeit wiedermachen. Viel Glück für Deine Ausbildung
Grüße Martina
falls Du noch mehr wissen willst meine e-mail Adresse: anitramnnerk@aol.com "
"Bin zwar selbst keine Krankenschwester, habe aber in der Ausbildung in meinem Kurs Quereinsteiger gehabt. Mein Eindruck war auch das z.B. Fächer wie Anatomie leichter fielen, aber da schon das erste Ausbildungsjahr zur Hebamme mit hebammenspezifischen Inhalten gefüllt ist ( CTG, vaginale Untersuchung, Wochenbettpflege bis hin zu Geburtshilfe und Dammschützen), ist da vor allem am Anfang sehr viel nachzuholen. In den mir bekannten Fällen hat das dann aber gut geklappt. Vielleicht besteht die Möglichkeit schon vor dem Beginn Informationen über den bisherigen Unterrichtsstand zu bekommen und sich ohne Hektik ( denn es kommen dann ja auch sofort die Schichtdienste hinzu) in die Themen ein bißchen einzudenken. Viel Erfolg! "
"Ich habe auch zuerst Krankenschwester gelernt, dann 2 Jahre lang auf einer Intensivstation gearbeitet und dann noch Hebamme gelernt. Ich mußte damals 3 Jahre Ausbildung machen, da die Verwaltung in meinem Fall keine Lehrzeitverkürzung geduldet hat (so nach dem Motto: Sie wollen doch unbedingt Hebamme werden, also machen Sie doch bestimmt 3 Jahre). Alles in allem fand ich die Theorie relativ einfach, da ich z.B. für Anatomie und Krankheitslehre fast nie etwas lernen mußte. In der Praxis war es sehr gemischt, so fanden es die Schwester auf der Wochenstation immer schön , daß quasi noch eine Kollegin kam, genauso im OP und auf der Inneren, allerdings hatten am Anfang vor allem die Hebammen im Kreißsaal enorme Probleme damit, daß ich schon Krankenschwester war und erlaubten mir nicht einmal, z.B. Infusionen zu richten. Letztendlich habe ich es nicht bereut, nochmal 3 Jahre gelernt haben, obwohl es anfangs schon sehr hart war. Letztendlich war aber z.B. die Vorbereitungszeit auf das Examen auch weniger aufwendig, da ich viele Dinge schon wußte bzw. schon gelerrnt hatte.Ich hoffe, daß Du einen Platz bekommst, denn das war damals bei mir der Engpaß, alles Liebe, Christina "
Es gibt mehrere Schulen, die Umschülerinnen ausbilden. Hinweise, wo Schülerinnen nach nach AFG vom Arbeitsamt anerkannt und gefördert werden, stehen im Verzeichnis der Schulen beim DHV.
Schulen, die ausschließlich Umschülerinnen annehmen:
Die Ausbildungsvergütung wird nach Tarif bezahlt. Hier die Größenordnung:
1. Ausbildungsjahr: ca. 700,- EUR
2. Ausbildungsjahr: ca. 750,- EUR
3. Ausbildungsjahr: ca. 850,- EUR
In den neuen Bundesländern ist die Vergütung z.Zt um 10% reduziert
Alle Angaben wurden mit viel Mühe zusammengestellt, sind aber ausnahmslos ohne Gewähr. Ergänzungsvorschläge werden gerne angenommen Schreiben Sie uns!